Tag: skateboarding

In seinem aktuellen Interview macht Torey Pudwill keinen Hehl daraus, dass er gerne Thrasher’s “Skater Of The Year 2014” werden möchte. Er sagt, dafür arbeitet er ziemlich hart, was man an anhand seines neuen Supernova Parts für DVS nur bestätigen kann. Der Name ist allerdings etwas verwirrend, immerhin ist “eine Supernova das kurzzeitige, helle Aufleuchten eines Sterns am Ende seiner Lebenszeit durch eine Explosion, bei der der ursprüngliche Stern selbst vernichtet wird. Die Leuchtkraft des Sterns nimmt dabei millionen- bis milliardenfach zu, er wird für kurze Zeit so hell wie eine ganze Galaxie.” – wir sind uns mehr als sicher, dass Tpuds Stern noch einige Male hell aufleuchten wird, spätestens in seinem Plan B Part slidet er wahrscheinlich einmal um die Galaxie und zurück. Also Jake Phelps, überlg’s dir! Unseren Segen hast du.

torey pudwill

Der Streetmachine Shop aus Kopenhagen feiert in diesem Jahr 25jähriges Bestehen – zu diesem feierlichen Anlass hat man zusammen mit adidas die gemeinsame “A League Collection” an den Start gebracht, die aus einem “Adi Ease”, sowie ein Trikot besteht. Das gesamte Pack ist in den Farben Schwarz, Weiß und Blau gehalten und wurde durch die Liebe für die Fußballclubs der Stadt inspiriert.

Anton Juul (Streetmachine): “Athletic aesthetics have always been our drive and of course one of our goals. The crest is inspired by Copenhagen football teams, mostly color-wise. The snowflakes on the crest symbolize that we are from the North, It gets cold and nasty up here in Winter!“

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Das adidas Global-Team kommt auf Deutschland-Tour! Ab dem 23. August sind Dennis Busenitz, Lucas Puig, Lem Villemin und weitere, neue Teamfahrer auf der #3STRIPESTOUR quer durch Deutschland unterwegs. Alle die wissen möchten, welche zwei neuen Teamfahrer in Zukunft für adidas fahren werden, sollten einen der Stopps in Hamburg, Köln, Stuttgart und München besuchen. Es wird sich lohnen!

Hamburg – 23.08., 17.00 Uhr im Mantis Shop, anschließend Session auf der Rollschuhbahn.
Köln – 24.08., 16:30 Uhr Titus Köln presents Session am Kap
Stuttgart – 26.08., 16:30 Uhr Arrow & Beast presents Session am Plaza
München – 28.08., 16:30 Uhr SHRN presents Session auf der Theresienwiese

Wer es leider nicht zu einem der Termine schafft, kann den adidas Jungs unter #3stripestour online folgen oder sich auf die übernächste PLACE freuen. Darin featuren wir die Tour zu der es außerdem ein Video geben wird. Watch out!

Letzten Donnerstag öffnete das House of Vans London seine Türen; die jüngste Spielwiese der englischen Hauptstadt liegt zentral unter der Waterloo Station und verspricht auf rund 3.000 m² Kunst, Musik und Skatespaß. Ganz im Stil der Vielseitigkeit Londons und der Sub-Kulturen, die Vans seit mittlerweile fünf Jahrzehnten unterstützt hat, wurde das House of Vans mit verschiedenen Show Acts eröffnet. Hier die ersten Bilder, sowie ein Video, das nicht mit ersten Eindrücken geizt: Ein schönes Projekt, das man sich unbedingt anschauen sollte, wenn man denn mal wieder in London sein sollte.

HOV LDN mini ramps

House of Vans Launch Night by Sam Mellish

HOV LDN reception

HOV LDN cinema

HOV LDN gallery

HOV LDN street section

HoV LDN Public Enemy2

HOV LDN bowl

www.houseofvanslondon.com

Nyjah Huston hat nun auch endlich seine eigene Trainings Facility – als ob er sie brauchen würde. Die Halle sieht auf jeden Fall ziemlich nach Big Section aus – dass seine Siegesserie bei Streetleague nun endlich mal reißt wird irgendwie immer unwahrscheinlicher. Warten wirs ab!

“I’ve dreamed if having my own private skatepark my whole life and its pretty unbelievable that it actually happened! Just gotta thank everyone who has supported me along the way and helped dreams like this come true welcome to my new park and my second home!”

Valentin Ott ist ein Skater, dem sein Board zu jeder Zeit genau folgt. Wenn er einen Trick macht, würde man niemals denken, dass er ihn hätte bailen können, das nennen wir wahres Talent. Egal ob er Fliptricks macht oder Curblines fährt, sein Skating kann man durchaus als powerfull und präzise beschreiben. Sebi Vellrath ist bereits seit Längerem dabei, einen Full Part mit ihm zu filmen, der in naher Zukunft erscheinen soll. Wir sind gespannt und geben mit den folgenden drei Lines einen kleinen Vorgeschmack auf Valles ‘Skillz’.

Wäre Skateboarding ein Märchenfilm, gäbe es sicherlich ein tapferes Skaterlein. Es könnte an den Bänken an der Warschauerstrasse drei Tricks aufeinmal machen und sich “drei auf einen Streich” auf sein Griptape schreiben. Das Skaterlein würde es in die Welt hinaustragen, und sagen: “Schaut, ich habe einen Nollie Flip Crooked Grind Nollie Heelflip out gemacht!”, und seine Sponsoren würden Beifall klatschen und ihm zujubeln. Doch zurück in die Realität: Denny Pham präsentiert für Skatdeluxe den neuen Nike SB “Lunar Janoski” in Superzeitlupe.

Vor einiger Zeit hat sich eine illustre Gruppe auf den weiten Weg nach Südost-Asien gemacht um ein Abenteuer der besonderen Art zu erleben, zu skaten, wo bisher kein Skateboarder je gesehen wurde. Mit dabei waren unter anderem Oktavio Trindade, Tom Kleinschmidt, Erik Gross, Thomas Meinel, Vladik Scholz und Sebastian Linda. Letzterer ist mittlerweile bestens bekannt für seine anspruchsvollen Videos und hat sich auch gleich um die Dokumentation des ganzen Trips gekümmert. Bildgewaltige 31 Minuten hat er jetzt fertiggestellt – here we go:

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Batur_Kitamani_Beasts_Bali_klein

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Fotos: Erik Gross

Das Lakai Team ist Ende Juni auf stumpfer Kanada Tour unterwegs gewesen und hat die Fans in Toronto, Ottawa, Montreal und Quebec City begeistert. Ein Tourvideo im klassischen Sinne mit Demos in schäbigen Skateparks als auch diversen Street Sessions an interessanten Spots: Z.B. einem Natur-Euro Gap oder schwarz-gelben Zebra-Wobbels. Mit dabei sind u.a. Marc Johnson, Rick McCrank, Stevie Perez und Liegeboardfahrer Rick Howard.

Wenn Ed Templeton dich persönlich ins Team holt, musst du schon irgendwie besonders sein, denn in der Vergangenheit waren das immerhin Namen wie Chad Muska, Donny Barley oder auch Jamie Thomas, die Ed als eigene Teamfahrer verwalten musste. Vor einigen Wochen begab sich Axel mit der WWCF-Crew (Where We Come From) nach Bangkok, um schon nach wenigen Tagen einen kompletten Artikel im Gepäck zu verstauen. Während Axel also am Spot von Punkt A nach B fliegt, hocken Florian Hopfensperger und Lucas Fiederling in der besten Position, um Manöver XY möglichst spektakulär und ansprechend zu dokumentieren. Die vorhandenen Bilder erzählen nur Erfolgsgeschichten, wir aber sind auch am Drumherum interessiert und beleuchten jeden Trick daher von drei Seiten: Filmer, Fotograf und Skater. Vorab dürfen wir erwähnen, dass Axel einen Part in „Where We Come From“ bekommt – jetzt wisst ihr schon mal mehr. Die einzige Frage, die weiterhin im Raum steht, wäre: Was haben die Belgier bloß im Wasser? An der Ernährung kann es zumindest nicht liegen, denn Axel verzichtet komplett auf Gemüse.

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BS Tailslide

Lucas:
Nachdem wir nachts an diesem Traum von einer Hubba vorbeigekommen waren, war klar, dass wir zurückkommen müssen. Leider war das dann aber zur totalen Rush-Hour, und so kam es, dass alle drei Minuten ein unglaublicher Schwall von Menschen den Platz um dem Spot belagerte. Willow und Niklas haben sich darum gekümmert, die schwierige Situation unter Kontrolle zu bekommen und die vielen Wege, aus denen all die Menschen gekommen sind, im Auge zu behalten. Beide kamen bei der Sache jedenfalls sichtlich mehr ins Schwitzen als Axel während seines Backtails, der übrigens nur das i-Tüpfelchen nach einem perfekten BS Lipslide war.

Axel:
The hubba is at a skytrain station (part of the public transport system). It’s always super packed with people, so it’s pretty hard to skate. The whole crew was helping to stop the people that were passing by, while I was trying to get the trick – thanks a lot guys! I love filming with Lucas! He’s one of my favorites. He had a lot of shit on his mind in Bangkok but still managed to film everything the way I like it!

Burny:
Die chaotische Situation vor Ort liess Axel zwischen jedem Versuch ungefähr fünf bis zehn Minuten warten, und ohne die Hilfe einer ganzen Crew hätten wir es nicht unter Kontrolle kriegen können. Innerhalb von fünf Versuchen konnte Axel dann den Trick landen und die schwierigen Rahmenbedingungen wurden von Axel einfach akzeptiert.

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Ollie Up

Lucas:
An diesem unerträglich heißen Tag machten wir uns auf, um die Universität zu skaten, von der Burny schon so viel erzählt hatte. Nach jedem Versuch musste Axel erst mal unter einer Palme abwarten und sich Wasser über den Kopf kippen, um Energie für einen weiteren Versuch zu haben. Burny und ich durften ihn dabei in der prallen Sonne beobachten. Axels Ollie ist dank Samu wohl eine der witzigsten Aufnahmen im Video. Lasst euch überraschen!

Axel:
I don’t have all those tech tricks so I just tried to ollie up the gap.

Burny:
Ich hab in fünf Jahren Asien noch nie so eine harte Hitze dort erlebt. Wie Axel das meistern konnte, ist bewundernswert. Ohne mit den Wimpern zu zucken nahm er Anlauf und drei Versuche später hatte er ihn auch schon im Kasten.

Impossible
Impossible

Lucas:
Axel wollte gegen Ende der Tour gerne erneut zu diesem Tempel-Gap, da er bei unserer ersten Session noch nicht ganz fit war. Zwischen den Versuchen rief er mich plötzlich total aufgeregt zu sich rüber, denn in einem kleinen Bach nebenan schwamm eine riesige Echse. Die Session war erst einmal für ein paar Minuten durch Dschungel-Feeling und iPhone-Geblitze unterbrochen. Als sich dann irgendwann alle an den Anblick des im Müll wühlenden Stadtsauriers gewöhnt hatten, konnte Axel innerhalb weniger Versuche den Impossible eintüten.

Axel:
We went to that spot the first day we arrived in Bangkok. I was trying to tre flip it but I couldn’t do it. On one of the last days we went back. I did the tre flip in a couple tries and then tried to do the Impossible. It was 35 degrees that day. So gnarly to skate!

Burny:
Dieses Streetgap liegt vor einem Tempel inmitten des Protestviertels in Bangkok. Man sollte meinen, dass thailändische Protestanten eher unangenehm reagieren könnten, was aber überhaupt nicht der Fall war. Polizisten, Protestanten und Mönche waren gleichermaßen hyped und die Axel-Show konnte losgehen.

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Half Cab into Bank

Lucas:
Kurz vor dem Make kam ein Security und wollte uns verjagen – doch ließ er sich irgendwie überzeugen (Burny), uns doch noch ein paar Versuche zu geben. Sein Kollege sah die Sache allerdings anders und wollte Axel, der mit seinen Gedanken beim Trick war, plötzlich mit seinem gezogenen Schlagstock bedrohen. Nach einem kurzen Katz- und Mausspiel ließ sich der etwas übereifrige Kollege überreden und Axel konnte weitermachen. Erwähnenswert ist vielleicht noch der kleine Bordstein kurz vorm Absprung, den man vorher per Switch Ollie überwinden muss, und der diesen Half Cab eigentlich unmöglich macht.

Axel:
There were two security guys at that spot. One guy said we could skate there. So I was trying the Half Cab, and after a couple of trys he said I could try two more. I could not land it, so I went up the bank to try one more, all of a sudden the other security guard came, and he was trying to beat me up with a stick. Somehow we could manage to get one more shot and I luckily made it.

Burny:
Der Spot befindet sich direkt an einer Fakultät der Universität, die gerade eine Vorlesung abgehalten hatte. Wieso Axel sich einen Fakie-Trick vorgenommen hat, kann ich mir beim besten Willen nicht erklären. Der Junge macht einfach, was er will!

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5.0 Gap out

Lucas:
Wieder einer der Spots, den wir nur dank Burnys Security-Austricks-Performance skaten konnten. Samu Karvonen und Axel haben sich die Fischerhüte aufgesetzt und sind die Ledge im wahren 90s-Style gefahren. Den 5.0 hat er im Handumdrehen gemacht und so konnte ich sogar um Wiederholung bitten, um eine zweite Perspektive zu bekommen. Um Burnys Technik zu beschreiben, bedarf es eigentlich Rapskills, Schauspieltalent und eine ordentliche Portion Mut: „No, no, skating good, don’t worry, all good! They professional! Ja! Ja! You know Nikeee? Is big company, you like Nikeee? Adidaaaas! Big Company! Big, professional!! Is no problem. Half an hour skate no problem!!!“, waren ungefähr seine Worte. Dabei rückt er dem überforderten Security so nah auf die Pelle, dass dieser irgendwann verwirrt die Flucht ergreift und einer Session nichts mehr im Wege steht. Klappt in Bangkok in 8 von 10 Fällen!

Axel:
That spot was mellow. We tried to skate it and the security showed up, so Burny was talking with him to get five more minutes. Samu and I had a good session on that thing, which was cool! That was my first trip with Burny, I never met him before. He’s cool. Shoots good photos and gets so hyped on everything. I hope to skate with him soon.

Burny:
Normalerweise ist dieser Spot ein totaler Bust. Der Security zickt nicht lange rum, sondern weiß direkt zu handeln. Es ist vergleichbar mit einem Sechser im Lotto, hier ungestört skaten zu können. Axel machte jedenfalls den 5.0 Gap out im zweiten Versuch. Schneller als jeder Security.

DQM New York haben ein Video releast, das in einem ziemlich aussergewöhnlichen Format daherkommt und sich irgendwo zwischen Skate Edit und Lookbook bewegt. Finden wir auf jeden Fall interessant, wenn es auch teilweise ein bisschen anstrengend ist, gibt es doch einiges zu entdecken. Kein Wunder, denn dabei sind Hochkaräter wie Aaron Herrington, Brian Delatorre, Dustin Eggeling, Brian Delaney, Brendan Carroll, Rob Gonyon, Brian Clarke und Lee Smith.

Filmed and edited by Richard Quintero.

Er selbst bezeichnet sich als Freigeist, kennengelernt habe ich ihn als kleine Nervensäge. Doch auch kleine Kids werden irgendwann älter, und so ist es interessant zu sehen, welche Entwicklung Dani Ledermann mittlerweile hinter sich gebracht hat. Seine Art zu Skaten, „mit angeknickten Beinen“, ist seit jeher eines seiner Markenzeichen, und auch die bunten Beanies und die übergroßen Klamotten sind schon von Weitem nicht zu übersehen. Zu seinen Spezialitäten gehört es, sich alle erdenklichen Höhen und Weiten mit dem Board hinunterzuschmeißen, weswegen er am Tag unseres Interviews zwar komplett zerstört ist, dennoch hat er sich sein Lachen und das freche Grinsen bewahrt – man könnte diesen Wesenszug vielleicht als „bayrische Bierseligkeit trifft auf philippinische Frohnatur“ definieren.

Hi Dani, wie geht’s?
Whoa, wir haben so die heftigste Nacht hinter uns!

Was ging bei euch?
Wir sind gerade auf Lites-Tour in Frankreich und sind heute Morgen um 02.00 Uhr an unserem Hostel in Le Havre angekommen, das hatte allerdings geschlossen. So mussten wir mit sieben Leuten im Van pennen, Alter. Ich bin gestern auch kurz vorher noch hart geslammt und müsste eventuell eigentlich mal ins Krankenhaus, nachdem ich einen Ollie in einen ziemlich steilen Ditch gemacht habe. Ich kann mich eigentlich gar nicht bewegen, mein Rücken ist gerade komplett am Arsch.

Zu siebt im Van gepennt?
Ja, es war einfach nur noch hardcore-beschissen, Mann. Ich habe zwei Stunden gepennt, Justin Sommer z.B. gar nicht. Huppi (Martin Huppertz) hat sein Zelt einfach mitten am Hafen aufgeschlagen. Es war echt eine heftige Aktion, so unnötig. Ich glaube, das war die schlimmste Nacht meines Lebens, und ich habe auch schon seit zwanzig Stunden nichts mehr gegessen. Ich bin gerade halbtot, kaputte Hüfte, kaputtes Steißbein, nichts gegessen, komplett fertig im Kopf.

Daniel Ledermann - 360 Flip
360 Flip

Es kommt mir vor, als wärst du in letzter Zeit häufiger verletzt gewesen?
Ja, das kommt vom Moshen. Ich kann nicht stundenlang an einem Curb-Trick oder einer Line festhalten, ich muss immer gleich ballern. Entweder schön hoch oder weit, es muss auf jeden Fall etwas dabei sein, wo man richtig was spürt beim Skaten. Immer und immer wieder auf einen Curb-Trick anfahren und die ganze Zeit den Trick bailen ist irgendwie nichts für mich – lieber einfach „BOOM“: Stufen runterballern oder auf ein Rail springen, wobei auch mal was passieren kann.

Scheinbar passiert dir dann ja auch ab und zu mal was?!
Meistens passiert mir allerdings was, wenn ich mich aufwärme zum Beispiel, einfach bei Flips im Flat, wenn ich dann umknicke. Es passiert irgendwie immer bei unnötigem Scheiß.

Was skatest du denn am liebsten? Hauptsache Schmeißen?
Ja, eigentlich schon. Ich mag Airtime, aber auch Balance halten bei Wheelies und auch Rails skaten. Aber am liebsten springe ich Gaps.

Wie viele Pullover hast du schon zerschlissen?
Früher war es echt krass, da gingen echt pro Woche zwei bis drei Stück drauf. Ich hatte irgendwann gar keine Pullis und gar keine T-Shirts mehr, sondern musste immer mit den Löchern im Rücken rumlaufen – ich denke, ich habe schon so 30-35 Pullis durch. Wenn ich baile, dann rutsche ich immer auf dem Arsch aus, so passiert mir am wenigsten.

Könnte es auch daran liegen, dass deine Pullis immer extralang sind?
Auch auf jeden Fall! XL, Xtra Ledermann!

cabflip
Caballerial Kickflip

Haha! Apropos Ledermann: woher kommst du eigentlich, und wo liegen deine Wurzeln?
Meine Mum stammt von den Philippinen und mein Dad aus Rammingen in Bayern mit 1.400 Einwohnern. Er ist ein typischer Bayer, ein Bierbrauer. Aufgewachsen bin ich in Deutschland, und über den Winter war ich immer auf den Philippinen, deswegen habe ich auch erst mit acht Jahren zum ersten Mal Schnee gesehen. Auf den Philippinen bin ich auf eine deutsche Schule gegangen, wir haben sogar den Lehrer aus Bayern mitgebracht.

Ein Privatlehrer? Dann müssen deine Eltern aber gut Knete haben…
Ja, und er wohnt jetzt dort! Er ist ein Freund meines Vaters und kam immer mit zum Urlaub machen. Dort hat er dann auch unterrichtet, und nun hat er eine Frau gefunden und ist dort geblieben.

Als ich dich ca. 2006 in München auf einer Team-Titus-Demo das erste Mal gesehen habe, warst du ca. 11 Jahre alt und ziemlich frech. Du hast viel genervt und wolltest die Aufmerksamkeit von den Großen.
Haha, ja, das ist eigentlich immer noch so! Ich war schon als Junge ein kleiner Freigeist und habe nur das getan, was mir gerade so in den Kopf gekommen ist, wie ein kleines Gummibärchen, das einfach rumgehopst ist, leicht hyperaktiv. Da habe ich aber noch nicht gesplifft, da war ich noch nicht so gechilled.

Aber bunte Klamotten hattest du bereits an!
Ja, und lang waren sie auch schon!

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BS Lipslide

Was wolltest du mal werden, als du klein warst?
Eigentlich wollte ich immer irgendetwas in Richtung Kampfsport machen. Als kleines Kind war ich immer voll viel draußen und bin rumgeklettert, außerdem haben wir auf den Philippinen immer Shaolin-Filme mit Jet Li und Bruce Lee geschaut. Das war mal mein Traum, da war ich aber noch wirklich ganz klein. Und seit ich acht Jahre alt bin, fahre ich Skateboard, deswegen ist Skaten mein Lifestyle. Seitdem denke ich gar nicht darüber nach, was ich in Zukunft machen werde, außer dass ich eventuell mal die Brauerei von meinem Dad übernehmen werde. Aber eigentlich habe ich nur Skaten im Kopf.

Wie alt bis du?
Gerade 19 geworden.

Gehst du noch zur Schule?
Nee, nicht mehr seit ich 16 bin. Wie gesagt, ich bin ein Freigeist, und ich war nur in der Schule, weil ich hin musste. Ich habe das mit den Lehrern geklärt, dass ich mich einfach nur reinsetze und den Stoff nebenbei mitmache. Ich hatte durch die Brauerei immer die Absicherung, im Familienbetrieb zu arbeiten, deswegen wollte ich auch nie eine Ausbildung anfangen.

Hast du da vielleicht nicht einfach den Weg des geringsten Widerstands gewählt, oder anders gefragt: Kann man das auch als Faulheit bezeichnen?
Keine Ahnung, es war einfach nie mein Ding. Als ich am allerersten Schultag eine Schultüte in die Hand gedrückt bekommen habe, wollte ich eigentlich gleich wieder wegrennen, ich wollte überhaupt nicht in die Schule rein, haha! Es war schon immer wie eine Anstalt für mich. Man geht rein und trifft Leute, die nicht wirklich Homies sind.

Aber das geht doch jedem Jugendlichen so, also keinen Bock auf Schule zu haben…
Ich habe schon immer gesehen, wo das Geld reinkommt, weil mein Dad ja selbstständig ist und ich immer gedacht habe, dass es das Beste ist. Bis er 30 Jahre alt gewesen ist, hat er nur Musik gemacht und danach erst mit dem Bierbrauen begonnen, und seitdem verdient er gutes Geld. Ich musste auch nach der Schule immer aushelfen, und momentan arbeite ich meist vormittags bei ihm.

Dann läuft es ja gerade ziemlich gechillt für dich!
Ja, voll!

Daniel Ledermann - Kickflip
Kickflip

Gibt es als Skater in Bayern oder in München öfters Ärger mit der Polizei?
Ich glaube, der gesamte Freistaat Bayern hat einfach viel zu viel Geld, und die Cops haben dafür zu wenig zu tun. Sobald sie uns Skater auf der Straße sehen, fragen die nicht, was wir da machen, sondern sagen direkt, dass wir abhauen sollen. Und wenn wir etwas dagegen sagen, werden wir sofort kontrolliert. Mein Homie Joscha wurde z.B. in der Bahn mit einem Messer bedroht und hat bei der Polizei angerufen, und als die gekommen sind, waren die Typen schon weg und die Bullen haben dann Joscha mitten auf der U-Bahnstation bis auf die Boxershorts ausgezogen, so krank sind die unterwegs! Nur weil er verdächtig nach Weed aussieht. Du kannst denen sagen, dass sie das nicht dürfen, aber die machen es einfach oder nehmen dich mit aufs Revier. Das gibt uns voll den Anreiz, standhaft gegen die Bullen zu sein, denn wir denken uns dann „Fickt euch ins Knie, Alter!“

Das Verhältnis zwischen euch und der Polizei ist also nicht gerade besonders gut.
Nein, das ist nie gut! Es gab bisher nur Stress mit den Bullen, ich habe jetzt mit 19 Jahren schon zwei Einträge wegen Weed, das gibt es wegen solchen Lappalien nirgendwo anders in Deutschland. Die sitzen am Bahnhof, halten dich auf, ziehen dich aus, finden einen Joint und es gibt direkt eine Anzeige.

Raucht ihr denn auch in der Öffentlichkeit am Spot, oder passt ihr auf?
Wir suchen immer Save-Spots, wie z.B. Gullideckel, und wenn Polizisten in Zivil ankommen, kann man den Joint in einem Loch versenken. So riecht’s halt nur, aber es gibt keine Beweise.

Wie ist denn momentan die Stimmung in Münchens Skateszene?
Harmonisch wie nie! Alle sind freundlich zueinander und jeder geht mit jedem gerne skaten. Früher gab es sehr viel Hate zwischen Titus und Goodstuff, und jetzt ist es einfach nur eine Skategemeinschaft. Wenn man hier auf einen Contest geht, ist immer gute Stimmung, die ganzen Münchener sind einfach korrekt. Eben auch durch den SHRN, Soo Hot Right Now, da gehen mittlerweile die meisten Skater hin. Früher war es echt krass mit dem Haten. Es gibt voll viele Crews wie z.B. Bottomline oder unseren Marijuth Clan, und wir treffen uns regelmäßig. Abends trinken wir dann alle immer Augustiner zusammen im Maßmannpark, skaten oder spielen Fußball.

Wie kann man sich denn einen normalen Samstags-Skatetag mit der Marijuth Gang vorstellen?
Joscha und ich würden aufstehen, einen Joint rollen, raus gehen auf den Balkon und dann irgendwas zu essen machen. Beim letzten Mal haben wir zum Frühstück zwei 400g-Steaks gegessen, weil wir so Hunger hatten. Dann rufen wir Juli Sonntag an, unseren Filmer, der ist meistens um halb zwölf schon wach. Getroffen wird sich am Maßmann-Skatepark, mitten in der Stadt, da wird noch mal einer aufgerollt und Bier getrunken auf jeden Fall. Dann gehen wir Streetskaten, pushen einfach nur rum oder fahren U- und S-Bahn, damit kommt man easy an die Spots. Abends gehen wir wieder an den Maßmann und dann wird bei Papa Lars, der wohnt gleich in der Nähe, Fußball geschaut, Looping Louie gezockt und Bier und Jägermeister getrunken.

Du magst ja bekanntlich gerne den Hardflip – was sind deine persönlichen drei „favorite Hardflips ever“?
Luan (Oliviera) hat auf jeden Fall einen krassen Hardflip, genau so wie er den über Rails oder Ledges macht muss der aussehen! Einfach zwischen 45° und 90° wieder reinholen. Den Ghettobird habe ich das erste Mal von Andrew Pott aus einem Kicker über eine Schulbank gesehen und, Alter, ich dachte nur, dass sind ja zwei Antibewegungen in einer und dann auch noch switch weiterfahren – den muss ich unbedingt lernen! Und Sewa (Kroetkov) macht die krassesten Hardflips im Flat, außerdem in alle Grinds und Wheelies rein – als ob es ein Kickflip für ihn wäre.

Ghettobird
Ghettobird

Was gibt es Neues von der Sponsorenfront? Mittlerweile fährst du ja für Supra…
Das deutsche DC-Team wurde aufgelöst und Ingo (Bremmes) macht es nicht mehr. Es wird wohl nur noch ein Europe-Team geben, keine nationalen Teams mehr. Das ist denen wohl zu blöd geworden oder die haben da kein Cash mehr für. Dadurch, dass Leo (Preisinger) mir Kr3w klargemacht hat, hatte ich dann auch den Kontakt zu Supra.

Und taugen dir die Schuhe?
Ja. Und das Image ist auf jeden Fall krass. Ansonsten bin ich voll stolz, für Favorite zu fahren, Valle Ott ist jetzt auch neu im Team, ansonsten Michel Funke, Mario Ungerer, das ist eigentlich eh schon meine Familie, alle Homies sind in einem Team.

Warum könnten deine Freunde genervt von dir sein?
Hm, weil ich echt krasse Stimmungsschwankungen habe!

Und wann freuen sich deine Freunde, dich zu sehen?
Auf jeden Fall, wenn ich nach München komme! Dann wird erst mal heftig aufgerollt und mit Augustiner angestoßen, so dass es überschwappt.

Na dann prost, vielen Dank für das Interview und eine schnelle Genesung! Noch irgendwelche Grüße?
Ich möchte mich bei euch für das Interview bedanken, bei Leo für die Bilder, beim Marijuth Clan, meiner Familie, Dad, Mum, meinen Brüdern, Joscha, Mario, Michel und großen Dank an die bayrische Polizei dafür, dass sie solche Opfer sind.

By Benni Markstein
Fotos: Leo Preisinger
BS Lipslide by Dennis Scholz

Der deutsche Nachwuchs bahnt sich unaufhaltsam seinen Weg und einen Skater, den man definitiv auf dem Schirm haben sollte, hört auf den Namen Wanja Bach. Bisher bekannt durch kleinere Auftritte auf den üblichen Videoplattformen und diversen Contests, haut Wanja nun seinen Full Part mit Footage der letzten beiden Jahre raus. Egal ob in Barcelona, Prag oder Paris: der Part zeigt, dass Wanja Bock hat zu Reisen und manchmal sagt bereits ein FS Pop Shove It im Flat mehr als tausend Hallentapes.

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